Cerro San Cristobal - Eindrücke

Oben auf dem Hügel angekommen, erwartete uns ein großer grauer Parkplatz, wenige Stände die Snacks und Kerzen zum Niederlegen am großen Kreuz anbieten. Alles zunächst einmal sehr unspektakulär. Nichtsdestotrotz blieb uns ein Kloß im Hals stecken, als wir auf der Spitze des Cerro San Cristobal angekommen waren. Da wir im September in Lima waren – was einen Wintermonat dort darstellt – wurde die Stadt in eine graue Nebelhülle getaucht, die trotzdem einen guten Blick auf die unfassbar große Metropole Lima zuließ.

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Man kann die Tour auch am Abend machen, und somit die Möglichkeit haben Lima hell erleuchtet in der Dunkelheit zu betrachten. Wir haben uns bewusst für eine Tour am Tag entschieden, um die Umgebung von Cerro San Cristobal etwas genauer betrachten zu können. Vom Aussichtspunkt aus konnten wir einen ersten Eindruck von der großen Armut in Lima bekommen. Es gibt – ähnlich wie es in Brasilien die Favelas sind – zahlreiche Armenviertel in Peru, die beschönigender Weise pueblos jóvenes, d. h. junge Dörfer, genannt werden. In diesen Regionen ist die Armut und damit einhergehend die Kriminalität in Lima am größten, die Menschen leben in Papp- oder Holzhütten oder wie es unterhalb vom Cerro San Cristobal der Fall ist in bunt angestrichenen Steinhäusern, die oft keine Dächer oder lediglich provisorische Wellblechdächer besitzen. Die bunten Farben dieser Häuser strahlen eine gewisse Freude aus, können einen doch aber auch schnell darüber hinwegtäuschen, dass viele Menschen dort ohne fließend Wasser Strom oder ausreichend Nahrung auskommen müssen.

Der erste Eindruck... Bedrückend.

Das niemals zu enden wollende Häusermeer, welches wir vom Cerro San Cristobal sehen konnten, macht deutlich, dass Lima eine Stadt ist, die an ihren Grenzen aus allen Nähten platzt und in denen Menschen in Armut und Kriminalität versinken, während in den wohlhabenden Vierteln in den besten Restaurants der Welt gespeist wird. Wir empfehlen euch wirklich die Tour auf diesen Aussichtspunkt, sie hat uns nachdenklicher zurückgelassen und es uns ermöglicht über den Tellerrand der „heilen Touristenwelt“ in Lima zu blicken.

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