Eine Seine-Flusskreuzfahrt stand schon lange auf unserer Reisewunschliste. Nachdem uns unsere Flusskreuzfahrten auf der Donau (Blogartikel zur Donau-Flusskreuzfahrt) und auf dem Rhein (Blogartikel zur Rhein-Flusskreuzfahrt) so begeistert haben, war für uns schnell klar: Diese besondere Art des Reisens möchten wir unbedingt wieder erleben. Kaum eine andere Reiseform verbindet Entspannung und Entdeckungen für uns so harmonisch miteinander. Während das Schiff gemächlich über den Fluss gleitet, ziehen idyllische Landschaften, historische Orte und beeindruckende Bauwerke direkt am Fenster vorbei.
Und das Beste: Fast jeden Morgen wacht man in einer neuen Stadt auf, kann direkt von Bord gehen und auf Entdeckungstour gehen – ganz ohne Kofferpacken. Genau diese Mischung macht eine Flusskreuzfahrt für uns zu einer ganz besonderen Art zu reisen.
Diesmal führt uns unsere Reise in die Normandie – eine Region, die wir bisher noch nicht kannten und auf die wir schon sehr gespannt waren. An Bord der eleganten MS Swiss Pearl von Thurgau Travel starten wir zu einer achttägigen Seine-Flusskreuzfahrt, die in Paris beginnt und uns über Conflans-Sainte-Honorine, Rouen, Honfleur, Le Havre, Étretat, Caudebec-en-Caux und Vernon wieder zurück in die französische Hauptstadt führt. Die Seine ist mit 777 Kilometern einer der bedeutendsten Flüsse Frankreichs. Sie entspringt in der Region Bourgogne-Franche-Comté und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal.
Wir machen zum ersten Mal im Hochsommer eine Flusskreuzfahrt. Während Flüsse wie die Donau oder der Rhein in dieser Zeit teils von Niedrigwasser geprägt sind, hatten wir damit keine Probleme auf der Seine, die relativ stabil in ihrem Wasserstand ist.
Schon nach den ersten Kilometern wird deutlich, warum eine Seine-Flusskreuzfahrt zu den schönsten Reisen durch Frankreich zählt. Vom Sonnendeck aus genießen wir die vorbeiziehenden Obstwiesen, dichten Wälder, imposanten Burgen und Schlösser sowie die berühmten weißen Kreidefelsen der normannischen Küste. Dazu erwarten uns jeden Tag neue kulturelle Highlights: das romantische Paris, das mittelalterliche Rouen mit seinen zahlreichen Kirchtürmen, die malerische Künstler- und Hafenstadt Honfleur, das beeindruckende Seebad Étretat und das lebendige Le Havre am Ärmelkanal.
Die Normandie gilt als Wiege des Impressionismus und begeistert mit ihrer bewegten Geschichte, prachtvollen Kirchen, Abteien, Schlössern und Herrenhäusern. Gleichzeitig ist die Region für kulinarische Spezialitäten wie Camembert, Cidre und Calvados bekannt. Auf unserer Seine-Flusskreuzfahrt wollten wir herausfinden, ob die Normandie ihrem hervorragenden Ruf tatsächlich gerecht wird – und welche Orte und Erlebnisse uns besonders in Erinnerung bleiben.
In diesem Artikel zeigen wir euch unser Schiff – die MS Swiss Pearl – sowie die Reiseroute. Von allen einzelnen Stationen dieser Seine-Flusskreuzfahrt sowie den Ausflügen und unseren Entdeckungen berichten wir euch ausführlicher in weiteren Artikeln.
Unsere Seine-Flusskreuzfahrt unternehmen wir mit Thurgau Travel, einem Schweizer Familienunternehmen, das sich seit mehr als 25 Jahren auf Flusskreuzfahrten spezialisiert hat. Das Besondere an Thurgau Travel ist der Entdeckergeist: Neben beliebten Klassikern erschließt der Veranstalter immer wieder neue Routen und weniger bekannte Wasserwege, die bei vielen anderen Reedereien nicht im Programm stehen. Statt auf große Schiffe und Massenbetrieb setzt Thurgau Travel bewusst auf eine persönliche Atmosphäre und ausgewählte Flusskreuzfahrtschiffe.
Heute zählt Thurgau Travel zu den führenden Anbietern von Flusskreuzfahrten in Europa. Seit 2022 ist das Unternehmen auch mit einer deutschen Niederlassung in Berlin vertreten und bietet hierzulande mehr als 40 Routen in 16 Ländern an – von den großen europäischen Flüssen bis hin zu außergewöhnlichen Reisen abseits der bekannten Pfade. Gerade diese Kombination aus langjähriger Erfahrung, innovativen Reiserouten und familiärem Charakter hat uns überzeugt und unsere Seine-Flusskreuzfahrt zu einer rundum gelungenen Reise gemacht.
Schon beim Betreten der MS Swiss Pearl hatten wir das Gefühl, genau das richtige Schiff für unsere Seine-Flusskreuzfahrt gewählt zu haben. Statt eines riesigen Kreuzfahrtschiffes erwartet dich hier ein modernes und stilvolles Flusskreuzfahrtschiff mit einer angenehm persönlichen Atmosphäre. Mit einer Länge von 110 Metern und maximal 133 Gästen geht es an Bord deutlich ruhiger zu als auf vielen großen Schiffen – genau das haben wir während unserer Reise sehr geschätzt.
Die MS Swiss Pearl wurde ursprünglich 2013 gebaut und im Winter 2023/2024 umfassend modernisiert. Seitdem fährt sie unter ihrem heutigen Namen für Thurgau Travel auf verschiedenen europäischen Flüssen – darunter Rhein, Donau und nun auch auf der Seine. Dank ihrer kompakten Größe kann sie sogar kleinere Anlegestellen erreichen, die größeren Flussschiffen verschlossen bleiben. So darf die MS Swiss Pearl z. B. eigentlich im malerischen Honfleur anlegen, einem der schönsten Häfen der Normandie. Leider blieb es bei unserer Reise bei einem Eigentlich, da die französischen Behörden einfach den Antrag nicht bearbeitet haben und wir so ersatzweise in Le Havre anlegen mussten. Außerdem lag unser Schiff relativ zentral in Paris, sodass wir beim Auslaufen den Blick auf den Eiffelturm und die kleine Freiheitsstatue genießen konnten.
Die MS Swiss Pearl ist übersichtlich aufgebaut und man findet sich schon nach wenigen Minuten problemlos zurecht. Herzstück des Schiffes ist der großzügige Salon mit Bar und Tanzfläche. Hier haben wir tagsüber häufig bei einem Getränk die vorbeiziehende Landschaft beobachtet oder den Abend bei Live-Musik (z. B. mit dem Schiffsmusiker Jonathan an der Gitarre) gemütlich ausklingen lassen.
Ebenfalls an Bord befinden sich:
Besonders schön fanden wir das Sonnendeck. Während der Fahrt über die Seine konnten wir hier entspannt die vorbeiziehenden Dörfer, Villen, Burgen, Obstplantagen und Kreidefelsen genießen. Auch die zahlreichen Schleusendurchfahrten sind spannend von dort oben aus zu beobachten, da man mittendrin ist. Gerade auf den landschaftlich reizvollen Abschnitten haben wir dort viele Stunden sowohl an den sonnenverwöhnten Tagen als auch am Abend verbracht. Die Stühle und Liegen können wunderbar nach Bedarf verstellt werden, je nachdem, in welche Richtung man schauen möchte. Ein paar bequeme Loungemöbel hätten wir für die Atmosphäre schön gefunden.
Da unsere Reise im Sommer stattfand, ist die Sonne meist erst gegen 21:30 Uhr untergegangen. Das heißt, nach dem Abendessen konnten wir mit einem Getränk von der Bar bei angenehmem Klima den Sonnenuntergang genießen. Wirklich traumhaft!
Bei den warmen Sommertemperaturen wäre ein kleiner Pool auf dem Sonnendeck toll gewesen. Die MS Swiss Pearl hat keinen Pool. Andere Schiffe von Thurgau Travel haben einen. Daher einfach bei der Reiseauswahl schauen, mit welchem Schiff man unterwegs ist, falls dir ein Pool wichtig ist.
Ein Aufzug verbindet alle Passagierdecks miteinander. Lediglich das Sonnendeck ist über eine Treppe erreichbar.
Die MS Swiss Pearl verfügt über insgesamt 70 Kabinen und Suiten für maximal 133 Gäste. Neben 54 komfortablen Doppelkabinen (ca. 16 m²) gibt es 8 großzügige Suiten (ca. 24 m²), eine Master Suite (ca. 32 m²) sowie 7 Einzelkabinen (ca. 11 m²).
Dies ist der Deck- und Kabinenplan der MS Swiss Pearl.
Wir haben unsere Doppelkabine (Kabine 217) schnell ins Herz geschlossen. Sie war modern eingerichtet und bot alles, was wir für eine entspannte Woche an Bord brauchten. Zur Ausstattung gehören unter anderem:
Die Suiten verfügen über ein zusätzliches Sofa und eine Badewanne anstelle der Dusche. Die Master Suite ist mit einer gemütliche Sitzecke und einer separaten Badewanne ausgestattet.
Alle Kabinen sind Außenkabinen. Auf dem Mittel- und Oberdeck verfügen sie über einen französischen Balkon, sodass sich die bodentiefen Fenster öffnen lassen und man die vorbeiziehende Landschaft besonders intensiv genießen kann. Die Kabinen auf dem Hauptdeck besitzen kleinere Fenster, die aufgrund der Nähe zur Wasseroberfläche nicht geöffnet werden können.
Unser Tipp: Wer die Aussicht auch direkt von der Kabine aus erleben möchte, sollte eine Kabine mit französischem Balkon buchen.
Wir haben in der Nacht sehr entspannt geschlafen. Von Außengeräuschen bei Schleusendurchfahrten oder beim Anlegen haben wir bei verschlossener Balkontür nichts mitbekommen. Wenn du bei Hochseekreuzfahrten eher empfindlich auf den Wellengang reagierst, dann können wir dir Flusskreuzfahrten auf jeden Fall ans Herz legen, weil es wunderbar ruhig ist.
Für alle Gäste gibt es kostenloses WLAN an Bord. Wir hatten sowohl auf unserer Kabine als auch in den öffentlichen Bereichen eine gute Verbindung.
Auch kulinarisch hat uns die MS Swiss Pearl überzeugt. Das Restaurant befindet sich auf dem Hauptdeck und bietet während der gesamten Reise einen festen Sitzplatz, sodass man nicht jeden Tag einen neuen Tisch suchen muss. Die Sitzplatzwahl besprechen die Gäste am ersten Tag nach dem Einchecken direkt mit Maître Lucian.
Der Tag beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet von 07:00 bis 09:00 Uhr, bei dem von frischem Obst über Brötchen, Croissants, Müsli und Joghurt bis hin zu warmen Speisen wie Würstchen und Rösti alles angeboten wird. Eivarianten (Spiegelei, Rührei, gekochtes oder pochiertes Ei), Eggs Benedict sowie Grieß- und Haferbrei können direkt am Tisch bestellt werden.
Für Frühaufsteher*innen gab es von 06:30 bis 07:00 Uhr bereits Croissants und Hörnchen in der Lobby. Kaffee und Tee können sich die Gäste rund um die Uhr selbst zubereiten.
Mittags und abends werden mehrgängige Menüs (Abendessen: Salat, Suppe, Hauptspeise mit Wahl zwischen Fleisch, Fisch oder vegetarisch, Dessert oder Käse) im Restaurant serviert, die internationale Klassiker mit regionalen Spezialitäten verbinden. Als Vegetarierin kam ich voll und ganz auf meine Kosten. Sowohl zum Mittag- als auch zum Abendessen wurde immer ein vegetarischer Salat, eine Suppe, eine Hauptspeise sowie Dessert oder Käse angeboten. Und auch bei Extrawünschen (z. B. dass ich kein Ei im Salat möchte oder keine Pilze esse) wurden mir sofort Alternativen angeboten. Am Anfang der Reise waren die vegetarischen Speisen meiner Meinung nach etwas pilzlastig. Dies hat sich im Laufe der Zeit aber gelegt und es kam u. a. auch Kürbis, Paprika oder Brokkoli zum Einsatz.
Direkt vor dem Restaurant wurde täglich der Menuplan für das Mittag- und Abendessen ausgehängt.
Am Abend gab es bei musikalischer Unterhaltung von Jonathan an der Gitarre und mit Gesang auch noch kleine Snacks wie gefüllte Blätterteigtaschen oder Falaffel.
Als Alternative zum mehrgängigen Menü gab es täglich zur Mittagszeit auch ein sogenanntes Light Buffet im Salon. Das Buffet bestand aus Suppe (oft vegetarisch), Salat, warmen Sandwiches / belegten Broten sowie einer täglich wechselnden Pastavariante (z. B. mit Muscheln, Käsesoße, Bolognesesoße, Aglio e Olio), Obst und einem Nachtisch. Im Salon gab es während des Mittagsbuffets freie Sitzplatzauswahl. Wir haben gerne nach Ausflügen hier gegessen, da wir es sehr mögen, unser Essen am Buffet selbst zusammenzustellen. Außerdem hat Bordmusiker Jonathan immer ganz wunderbar Gitarre während der Mittagszeit im Salon gespielt und damit eine sehr schöne Atmosphäre geschaffen.
Von 14:00 bis 17:00 Uhr bekommst du auch ein Stück Kuchen zu Kaffee und Tee.
Gerade auf einer Seine-Flusskreuzfahrt dürfen natürlich auch die kulinarischen Seiten Frankreichs nicht zu kurz kommen. An einigen Abenden wurde deshalb – mit Ausnahme des Galadinners – statt des üblichen mehrgängigen Abendmenüs ein französisches Buffet im Bistro am Heck der MS Swiss Pearl angeboten.
Und das konnte sich wirklich sehen lassen: Neben Muscheln und Froschschenkeln gab es verschiedene Käsesorten und Wurst, Vichyssoise, eine klassische französische Kartoffel-Lauch-Suppe, sowie Gemüse und Kartoffeln. Als Hauptgericht wartete unter anderem Coq au vin auf uns. Zum süßen Abschluss durften französische Klassiker wie Crème brûlée und Éclairs nicht fehlen.
Besonders schön fanden wir dabei die Atmosphäre im Bistro. Während wir uns durch die französischen Spezialitäten probierten, glitt die Seine langsam an uns vorbei. Durch die Fenster am Heck konnten wir beobachten, wie immer wieder Zugbrücken vor unserem Schiff auftauchten. So wurde aus dem Abendessen gleichzeitig ein kleines Stück französisches Kino direkt vom Tisch aus.
Das Buffet war allerdings nicht automatisch für alle Gäste geöffnet: Wer daran teilnehmen wollte, musste sich bis spätestens 14 Uhr an der Rezeption anmelden. Es waren mindestens 10 und maximal 24 Teilnehmer*innen vorgesehen. Während unserer Reise war es aber kein Problem, einen Platz zu bekommen. Für uns war das französische Buffet eine schöne Abwechslung zum regulären Abendmenü und passte natürlich perfekt zu unserer Reise durch die Normandie.
Am 5. Tag unserer Seine-Flusskreuzfahrt erwartete uns um 16:00 Uhr noch ein kleines kulinarisches Highlight: ein High Tea an Bord. Statt nur einer Tasse Tee gab es ein großzügiges Buffet mit allerlei süßen Versuchungen – von verschiedenen Kuchen und Macarons über Schokoerdbeeren und Kekse bis hin zu einer Auswahl an kleinen Verrines. Aber auch herzhafte Häppchen mit Käse und Wurst standen bereit. So ließ es sich am Nachmittag ganz entspannt an Bord genießen, natürlich mit der vorbeiziehenden Landschaft der Seine im Blick.
Ein Gala-Dinner gehört für uns irgendwie zu einer Flusskreuzfahrt dazu – und so stand auch auf unserer Seine-Flusskreuzfahrt ein besonderer Abend auf dem Programm. Schon beim Betreten des Restaurants war zu sehen, dass man sich bei der Tischdekoration noch einmal besonders viel Mühe gegeben hatte. Unsere Servietten waren passend zum Anlass als kleine Smoking-Jackets mit Fliege gefaltet – eine wirklich süße und kreative Idee.
Was wir während unserer Reise besonders angenehm fanden, war der herzliche und aufmerksame Service des Restaurantteams. Dabei ging es an Bord insgesamt angenehm ungezwungen zu: Eine elegante Abendgarderobe ist normalerweise nicht notwendig. Zum Kapitänsdinner darf es bei vielen Gästen aber natürlich gerne etwas schicker sein.
An diesem Abend gab es keine Auswahl zwischen verschiedenen Gerichten, sondern ein festgelegtes Menü für alle. Und so begann unsere kulinarische Reise mit einer abwechslungsreichen Vorspeisenauswahl aus Foie Gras Praliné mit Brioche, Ziegenkäse-Bonbons und Blinis mit Lachs. Danach folgte eine traditionelle französische Entensuppe mit Schinken und Gemüse.
Als warme Vorspeise wurde eine „Symphonie de St. Jacques et Crevettes“ serviert – Jakobsmuscheln und Garnelen mit Zitrusrisotto, Flusskrebssauce und Erbsen. Zwischendurch sorgten Zitronensorbet und Sekt für eine erfrischende Pause, bevor der Hauptgang aufgetragen wurde: rosa gebratenes Rinderfilet mit Château-Kartoffeln, Brokkoli, glasierten Babykarotten, Pilz-Duxelles und Sauce Choron. Alternativ gab es ein Waldpilz-Wellington mit gebratenem Spinat und Bratkartoffeln.
Den süßen Abschluss bildete ein „Le Moelleux au Chocolat“ – ein warmer Schokoladen-Lava-Kuchen mit Vanilleeis und Eierlikörsauce. Schokoladiger hätte ein Gala-Dinner wohl kaum enden können.
Einen Punkt hätten wir uns allerdings anders gewünscht: Ich hatte bereits bei der Buchung angegeben, dass ich vegetarisch esse. Beim Gala-Dinner wurden mir meist zunächst die Fleischspeisen gebracht oder auf Nachfrage wurde einfach der Fleischbestandteil des Essens weggelassen, statt eine eigene vegetarische Variante zu servieren. Gerade bei einem besonderen Abend wie dem Gala-Dinner hätten wir uns hier etwas mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Der Service war ansonsten sehr herzlich – deshalb fiel uns dieser Punkt umso mehr auf.
Trotzdem war der Abend für uns ein schöner Abschluss unserer kulinarischen Erlebnisse an Bord und eine durchaus festliche Abwechslung zum normalen Abendmenü.
Vorab oder an Bord können sich Gäste ein Getränkepaket buchen oder sich dafür entscheiden, jedes Getränk einzeln zu zahlen.
Vor unserer Seine-Flusskreuzfahrt haben wir uns natürlich auch die Frage gestellt, ob sich das Getränkepaket von Thurgau Travel lohnt. Nach acht Tagen an Bord können wir sagen: Das hängt ganz davon ab, wie ihr euren Urlaub genießt.
Es gibt zwei Varianten des Getränkepakets:
Alkoholfreies Getränkepaket für 24 € pro Tag (07:00 bis 24:00 Uhr)
Enthalten sind:
Getränkepaket mit Alkohol für 34 € pro Tag (07:00 bis 24:00 Uhr)
Zusätzlich zu den alkoholfreien Getränken sind enthalten:
Dadurch muss man sich während der Reise kaum Gedanken über einzelne Getränkerechnungen machen und kann den Urlaub ganz entspannt genießen. Zur Orientierung für euch: Softdrinks gab es ab 3,75 €, Bier ab 4,50 € und Cocktails ab 9 €, alkoholfreie Cocktails ab 7,50 €.
Wichtig zu wissen ist, dass alle Personen in derselben Kabine ein Getränkepaket haben müssen und nicht nur eine. Allerdings darf eine Person das alkoholfreie und die andere das alkoholische Paket wählen.
Rechnen kann sich das Getränkepaket vor allem dann, wenn ihr über den Tag verteilt regelmäßig Getränke bestellt. Bereits mit einem Cappuccino am Vormittag, einer Flasche Wasser oder Softdrinks, einem Aperol auf dem Sonnendeck sowie zwei Gläsern Wein oder Bier zum Abendessen kommt ihr schnell auf einen Betrag, der in etwa dem Tagespreis des Getränkepakets entspricht. Wer zusätzlich noch einen Cocktail oder einen Absacker am Abend genießt, fährt mit dem Paket meist sogar günstiger.
Seid ihr dagegen tagsüber häufig an Land unterwegs, trinkt überwiegend Wasser zu den Mahlzeiten und bestellt nur gelegentlich ein Glas Wein oder Bier, können Einzelbestellungen die bessere Wahl sein.
Im Salon können sich außerdem alle Gäste gratis Tee und Kaffee am Automaten zubereiten und Wasser mit und ohne Sprudel in die Wasserflasche von der Kabine abfüllen.
Unser Fazit: Wir fanden das Getränkepaket vor allem wegen der Unkompliziertheit angenehm. Nach einem langen Ausflug einfach einen Cappuccino in der Lounge bestellen, später einen Aperol auf dem Sonnendeck genießen und den Abend mit einem Glas Wein ausklingen lassen, ohne jedes Getränk einzeln im Blick behalten zu müssen – genau das trägt für uns zum entspannten Urlaub auf einer Seine-Flusskreuzfahrt bei. Gerade wenn ihr pro Tag etwa fünf bis sieben kostenpflichtige Getränke konsumiert, lohnt sich das Getränkepaket in den meisten Fällen auch finanziell.
Auch wenn bei einer Flusskreuzfahrt natürlich die Landschaft und die Ausflüge im Mittelpunkt stehen, gehört für uns ein bisschen Entertainment an Bord einfach dazu. Und davon gab es während unserer Seine-Flusskreuzfahrt durchaus einiges – wenn auch mit unterschiedlicher Stimmung.
Für die musikalische Begleitung sorgte unter anderem Bordmusiker Jonathan, der uns mit seiner Gitarre wirklich begeistert hat. Besonders schön fanden wir seine Musik während des Light Buffets: etwas essen und dazu Live-Musik. V iel besser kann ein entspannter Nachmittag an Bord eigentlich kaum sein. Auch abends spielte Jonathan regelmäßig und sorgte für eine angenehme Atmosphäre. Für richtige Tanzstimmung reichte es bei uns allerdings eher nicht – dafür war die Musik dann doch etwas zu gediegen.
Ein echtes Highlight war deshalb für uns der Chanson-Abend am fünften Tag mit Fabrice Thierry am Gesang und Bruno Harel am Keyboard. Fabrice hat eine unglaublich vielseitige und starke Stimme und hatte das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite. Gesungen wurden französische Chansons-Klassiker, darunter beispielsweise „For me formidable“ von Charles Aznavour. Besonders sympathisch: Fabrice fragte nach unseren Wünschen, ging auf Songvorschläge ein und bezog die Gäste immer wieder aktiv mit ein. Dadurch wurde aus einem Konzert schnell ein richtig unterhaltsamer gemeinsamer Abend – hier kam dann tatsächlich ordentlich Stimmung auf!
Am letzten Abend gab es schließlich noch einmal die Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen: Neben unserem Schiff lag die Monarch Countess, auf der eine Party mit DJ stattfand. Auch Gäste von unserem Schiff durften hinübergehen. Das haben wir natürlich ausprobiert – und spätestens dort war klar, dass durchaus Lust auf Tanzen vorhanden war.
Auf unserem Schiff selbst blieb die Stimmung an diesem Abend dagegen eher gediegen. Vielleicht wäre ein DJ für einen Abend auch auf unserem Schiff eine gute Ergänzung gewesen. Wir haben das bereits auf einer früheren Rhein-Flusskreuzfahrt erlebt: Ein DJ kann erstaunlich viel verändern und selbst die vermeintlich ruhigere Reisegesellschaft schnell auf die Tanzfläche bringen. Und ja – auch die älteren Gäste haben dort begeistert getanzt!
Unser Fazit: Musikalisch war an Bord einiges geboten, besonders der Chanson-Abend hat uns richtig gut gefallen. Wenn Thurgau Travel beim Entertainment noch etwas mehr Wert auf einen echten Tanzabend legen würde, könnte das aus unserer Sicht das ohnehin schöne Bordprogramm noch einmal deutlich bereichern.
Für die Reise „Entlang der Seine zum Ärmelkanal“ bietet Thurgau Travel zahlreiche Ausflüge an, teilweise bereits ab 19 Euro pro Person inklusive Audioguide. Wer mehrere Touren unternehmen möchte, kann das vorab buchbare Ausflugspaket für 325 Euro wählen. Darin enthalten waren bei unserer Reise sechs Ausflüge: das Künstlerdorf Auvers-sur-Oise, ein Rundgang durch Rouen, die Rundfahrt durch Le Havre mit anschließendem Ausflug nach Étretat, die „Straße der Klöster“ mit den Abteien Jumièges und Saint-Wandrille, das Château La Roche-Guyon sowie eine Rundfahrt durch Paris.
Praktisch ist, dass einzelne Ausflüge auch noch an Bord gebucht werden können. Zusätzlich werden fakultative Touren angeboten, die nur an Bord buchbar sind. Diese können teilweise gegen einen Ausflug aus dem gebuchten Paket getauscht werden. Ist der neue Ausflug teurer, wird lediglich die Differenz an Bord bezahlt. Das gibt etwas Flexibilität, wenn man während der Reise merkt, dass man doch lieber eine andere Tour machen möchte.
In unserer Tagesübersicht zur Seine-Flusskreuzfahrt haben wir für euch aufgelistet, welche Orte wir auf unserer Reise besucht haben und welche Ausflüge jeweils im Ausflugspaket enthalten oder zusätzlich bzw. fakultativ an Bord buchbar waren.
Damit man trotz der vielen Möglichkeiten nicht den Überblick verliert, wird das Tagesprogramm an Bord auf einem großen Monitor an der Rezeption und auf dem Fernseher in der Kabine angezeigt. Cruise Director Michael stellte das Programm außerdem täglich noch einmal auf Papier zum Mitnehmen bereit. So hatten wir schnell im Blick, wann wir anlegen würden, welche Ausflüge stattfinden und was an Bord geplant ist.
Wir haben das Ausflugspaket nicht komplett ausgeschöpft – und genau das war für uns auch der Vorteil. Geführte Stadtrundgänge sind einfach nicht so sehr unser Ding. Wir lassen uns lieber treiben, bleiben dort länger, wo es uns gefällt, und entdecken eine Stadt in unserem eigenen Tempo. In Rouen und Honfleur hat das beispielsweise hervorragend funktioniert. In Rouen lag unser Schiff praktisch direkt an der Altstadt, sodass wir zu Fuß losziehen konnten. In Honfleur gab es einen kostenlosen Shuttle vom Schiff in die Stadt.
Bei weiter entfernten Zielen sah das für uns dagegen anders aus: Auvers-sur-Oise, Étretat, die Abteien Jumièges und Saint-Wandrille oder das Château La Roche-Guyon haben wir sehr gerne im Rahmen eines organisierten Ausflugs besucht. Die Organisation war unkompliziert und wir fanden die Mischung aus geführten Informationen und anschließender Zeit zur eigenen Erkundung besonders gelungen. So bekommt man spannende Hintergründe vermittelt, ohne den gesamten Ausflug ausschließlich im „Gruppenmodus“ verbringen zu müssen.
Wer bei einer Flusskreuzfahrt befürchtet, bei Ausflügen den ganzen Tag nur im Bus zu sitzen, kann übrigens aufatmen. Explizit aktive Touren wie Fahrradausflüge waren in unserem Ausflugspaket zwar nicht enthalten, Fahrräder konnten an Bord aber kostenlos ausgeliehen werden. Hier hätten wir uns allerdings etwas mehr Informationen gewünscht, welche Orte sich besonders gut für eine Radtour eignen und welche Strecken empfehlenswert sind.
Auch ohne Fahrradtouren konnten wir uns auf mehreren Ausflügen ordentlich bewegen: In Étretat ging es zu den Aussichtspunkten oberhalb der spektakulären Kreideküste, beim Château La Roche-Guyon stiegen wir auf den Turm und in Rouen erklommen wir sogar den Aussichtspunkt Sainte-Catherine. In Honfleur wiederum lässt sich die Stadt wunderbar zu Fuß erkunden – bis hinunter zum etwas außerhalb gelegenen Strand.
Genau das ist für uns eine der großen Stärken einer Flusskreuzfahrt: Jeder kann sein eigenes Tempo und sein persönliches Aktivitätslevel bestimmen. Wer möchte, nimmt an einer geführten Tour teil, wer lieber individuell unterwegs ist, geht selbst auf Entdeckungstour – und wer Lust auf Bewegung hat, baut einfach noch ein paar Höhenmeter ein.
Und weil Fotos ohnehin mehr erzählen als eine lange Ausflugsliste, stellen wir euch demnächst in weiteren Artikeln jeden Reisetag und unsere Ausflüge noch einmal ausführlich vor – inklusive vieler Bilder und unserer persönlichen Eindrücke.
Die MS Swiss Pearl hat für uns genau die richtige Größe. Das Schiff verbindet modernen Komfort mit einer angenehm persönlichen Atmosphäre und bietet alles, was man für eine entspannte Seine-Flusskreuzfahrt benötigt. Besonders gefallen haben uns die großzügigen Gemeinschaftsbereiche, das Sonnendeck mit seinen herrlichen Ausblicken sowie die abwechslungsreichen Stationen dieser Reise.
Wer eine gemütliche Flusskreuzfahrt ohne Massenbetrieb sucht und die Normandie ganz entspannt vom Wasser aus entdecken möchte, findet mit der MS Swiss Pearl ein komfortables Zuhause auf Zeit.
Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Zu der Flusskreuzfahrt auf der Seine wurden wir von Thurgau Travel eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.